Psiloritis
Mit 2.456 Metern ist der Psiloritis (auch bekannt als Berg Ida) der höchste Berg Kretas und nach dem Olymp der zweithöchste Griechenlands. Der Berg galt den Alten als heilig; der Göttervater Zeus soll hier geboren worden sein. Verschiedene Abenteuersportanbieter organisieren Tagestouren ab Réthymnon und Heraklion. Die meisten Touren führen zu einem geeigneten Ausgangspunkt und beginnen dann mit einer Wanderung durch die dramatische Felslandschaft. Auf einem gut markierten Weg steigt man zum Gipfel hinauf, der von der Kapelle des Heiligen Kreuzes gekrönt wird. Der Aufstieg dauert in der Regel drei bis vier Stunden. Eine gute Kondition, festes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind empfehlenswert. Die Aussicht vom Gipfel ist atemberaubend: Man überblickt die gesamte Insel sowie die Nord- und Südküste.
Kloster Preveli
An der einsamen Südküste Kretas, eingebettet in einen abgelegenen Hügel mit Blick auf das Libysche Meer, liegt das Kloster Preveli 36 Kilometer südlich von Réthymnon und ist nur über eine kurvenreiche Bergstraße erreichbar. Das Kloster stammt aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt eine Kirche sowie ein kleines Museum mit Ikonen und kirchlichen Gegenständen. Vor dem Kloster befindet sich ein 2002 errichtetes Denkmal für Frieden und Widerstand. Während der Schlacht um Kreta im Jahr 1941 versorgten die Mönche von Preveli die Alliierten mit Nachschub und gewährten ihnen Unterschlupf. Das Denkmal besteht aus einem großen Grabstein, flankiert von einer ungewöhnlichen Statue: einem Priester (mit einem Maschinengewehr) und einem Soldaten (einem der Alliierten). Von hier aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf das Meer.
Argyroupoli
Während die Küste im Sommer sehr heiß und überfüllt ist, erreicht man nach einer kurzen Fahrt in die Berge friedliche Dörfer, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Argyroupoli, 27 Kilometer südwestlich von Réthymnon gelegen, ist dank unzähliger kleiner Wasserfälle, die aus unterirdischen Quellen entspringen, besonders kühl und erfrischend. Eingebettet in üppiges Grün und Bäume, blickt Argyroupoli auf eine reiche Geschichte zurück, die bis in die Römerzeit reicht. Der Ort war auch bei den Venezianern sehr beliebt und wurde später zum Zentrum des kretischen Widerstands gegen die Türken. Heute ist er vor allem für seine ausgezeichneten Tavernen bekannt, die sich auf Lammbraten spezialisiert haben und auf Steinterrassen unter Bäumen und in der Nähe der Wasserfälle speisen.
Arkadi-Kloster
Die orthodoxe Kirche spielte eine wichtige Rolle bei der Befreiung Griechenlands von der türkischen Besatzung. Eingebettet in die ländlichen Ausläufer des Psiloritis (Idi-Gebirges), 23 Kilometer südöstlich von Réthymnon, liegt dieses festungsartige Kloster aus dem 16. Jahrhundert, umgeben von hohen Steinmauern. Heute ist es ein wunderbar friedlicher Ort mit einer bezaubernden Barockkirche und einem Rosengarten, doch das war nicht immer so. 1866 wurde das Kloster zum zentralen Treffpunkt kretischer Revolutionäre, unter dem Vorsitz des Abtes. Während eines Aufstands gegen die Türken sprengten sich etwa 900 Einheimische (hauptsächlich Frauen und Kinder), die hier Zuflucht gesucht hatten, lieber in die Luft, als sich zu ergeben. Vor dem Kloster sind ihre Schädel in Glasvitrinen ausgestellt - ein eindringliches Mahnmal ihres Mutes.
Festung Burg
Im 16. Jahrhundert drangen die Osmanen rasch nach Europa vor. Zwischen 1573 und 1580 errichteten die Venezianer diese gewaltige Festung mit ihren massiven Bastionen, um die Insel vor türkischen Invasionen zu schützen und den Einheimischen im Falle einer türkischen Eroberung Zuflucht zu bieten. Hoch oben auf dem Paleokastro-Hügel, westlich des alten Hafens, bietet sie einen herrlichen Blick über die Altstadt von Réthymnon und das Meer. Auf dem höchsten Punkt befindet sich die Moschee, ursprünglich eine Kirche, die von den Türken nach ihrer Eroberung der Stadt im Jahr 1646 in ein islamisches Gotteshaus umgewandelt wurde. Außerdem gibt es ein kleines Freilichttheater, in dem im Sommer Konzerte stattfinden.
Altstadt von Rethymnon
Die autofreie Altstadt von Réthymnon mit ihren kopfsteingepflasterten Gassen lädt zu einem genussvollen Spaziergang ein und entführt Sie in vergangene Jahrhunderte. Das schachbrettartig angelegte Straßennetz spiegelt mit seiner Vielfalt an Architekturstilen die Geschichte der Stadt wider. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die venezianische Loggia aus dem 16. Jahrhundert, der Rimondi-Brunnen aus dem 17. Jahrhundert mit seinen drei steinernen Löwen, aus deren Mäulern Wasser sprudelt, ein imposantes osmanisches Minarett von 1890, moderne Graffiti und die vielen Cafés und Restaurants, die heute von Studenten besucht werden. Manchmal verschmelzen verschiedene Stile miteinander: An den hübschen, pastellfarbenen Stadthäusern aus venezianischer Zeit wurden von den Türken hölzerne Balkone angebaut. Das touristische Zentrum ist heute der alte Hafen mit seinen vielen teuren Fischrestaurants, der besonders abends seinen ganz besonderen Charme versprüht.